Literarischer Kontext | Episode mit dem Riesen Harpin (V. 4357–5144) im Rahmen der zweiten Aventiuresequenz von Iwein nach dessen Fristversäumnis und Krise.
Situation zu Beginn des Abenteuers: Iwein wird vom Burgherren freundlich und ehrenvoll empfangen. Es herrscht eine fröhliche Stimmung, die vom Erzähler jedoch früh als vorgetäuschte Freude der Burgbewohner enttarnt wird und was dann im Anschluss auf der Erzählebene auch aufgeklärt wird: Der Riese Harpin hat das Land verwüstet und bedroht nun Burg und Burgherren. |
Literarische Bedeutung/ Funktion | Kurzer Erzählerexkurs über das Wesen und den Wert vorgetäuschter Freude, in dem mehrfach die Worte vreude und list verwendet werden. Möglicherweise rhetorische Motivation der Einmalbildung listvreude als besonderer Kulminationspunkt eines Wortspiels (ungewohnte, originelle Wortform). |
Weitere literarische Besonderheiten | Neben listvreude taucht im Rahmen des Erzählerexkurses mit -> trüegevreude (V. 4413) eine zweite Einmalbildung auf, die das Spiel mit den Worten vreude und list ebenfalls unterstreicht. |
Weiterführende Literatur | Hans-Werner Eroms: ‚Vreude‘ bei Hartmann von Aue. München 1970 (Medium Aevum. Philologische Studien 20).
Norbert Richard Wolf: vil gar vreude (Iwein V. 3215). Zu vreude und vreuen in Hartmanns
‚Iwein‘. In: Septuaginta quinque (FS Heinz Mettke). Hg. von Jens Haustein, Heidelberg 2000, S. 429–437.
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